Neulich im Fernsehen…

Januar 23, 2006

Neulich im Fernsehen...
Gestern Abend nahm ich mir mal wieder die Freiheit, einen Abend vor dem Fernseher im heimischen Muggensturm zu verbringen, da nacheinander zwei interessante Filme liefen. Zuerst „Wie werde ich ihn los in 10 Tagen“ auf PRO7 und direkt danach „Fight Club“ auf Kabel 1.
Das soll hier nun keine Filmkritik werden (auch wenn ich den Film „Fight Club“, trotz seiner Brutalität, sehr empfehlen kann), ich möchte euch aber etwas mitteilen, was mir gestern bei „Wie werde ich ihn los in 10 Tagen“ zum ersten Mal richtig bewusst geworden ist.
Und zwar, wie Filme, mit Hilfe von sentimentaler Musik, unsere Wahrnehmung, unser Denken und letztendlich auch unser Handeln, im Bezug auf reale Situationen in unserem Alltag, vorallem im zwischenmenschlichen Bereich, vedrehen.
Bewusst wurde mir das bei eben jenem Film, da dort jede vermeindlich romantische Szene mit dieser Art von Musik untermalt wurde, die wir eben als romantisch empfinden und die unsere Gefühle anspricht, besonders die der Frauen.
Für mich hatte sich gestern bei einer dieser vielen „romantischen“ Szenen des Films die Frage gestellt, Wie würde diese Szene wohl OHNE Musik wirken? Würde ich es dann immer noch als „romantisch“ empfinden?
Und übertrage ich diese Szenen dann in meinen Alltag bzw. nehme diese als Massstab und möchte diese Romantik in genau dieser Form mit genau diesen Gefühlen auch erleben?
Die Musik übernimmt dabei meiner Meinung nach zwei Aufgaben: Zum einen sorgt sie dafür, dass eben jene Szenen noch einmal den nötigen Hauch von Schönheit und Romantik erhalten, der so vielleicht nicht, in einem solchen Ausmaß vorhanden wäre, und zum zweiten sorgt die Musik dafür, dass wir die Bilder und Vorstellungen und, was enorm wichtig ist, die damit verbundenen Gefühle in unserem (Unter-)Bewusstsein behalten. Und eben jene Bilder, Vorstellungen und Gefühle übertragen wir dann auf unseren Alltag. Phantasie soll Wirklichkeit werden.
Doch ist das doch ein riesen Trugschluss, da das reale Leben doch 1. ganz anders aussieht als in einem Film dargestellt und 2. das reale Leben eben viel nüchterner abläuft – und ohne Musik, die meine Sinne benebelt.
Ich sehe dort die Gefahr, dass die Grenzen zwischen Phantasie (Film) und Realität (mein Leben) verwischen und so letztlich zu hohe Ansprüche an mein Gegenüber gestellt werden und sich letztendlich Frustration einstellen wird.
Versteht ihr, manipuliert durch Kinofilme aus Hollywood, stelle ich Ansprüche und Erwartungen an andere Menschen und mich selbst, die völlig realitätsfremd sind und die mein Gegenüber und ich selbst wahrscheinlich niemals erfüllen können.
Haben diese Ansprüche und Erwartungen nicht zum Teil auch Schuld daran, dass wir Menschen einsam bleiben, aus Angst den Ansprüchen des Anderen nicht zu genügen? Oder aber der oder die Andere genügt unseren Ansprüchen nicht mehr, da wir die Messlatte in unereichbare Höhen gehängt haben.

Ob meine Ausführungen denn nun psychologisch richtig sind oder nicht, mir ist gestern Abend wieder nur eines bewusst geworden:
Es ist fatal, in was für einem Halbschlaf wir Menschen uns befinden, und wie leicht wir unser Denken von bestimmten Einflüssen steuern und bestimmen lassen.
Hier kann ich als Christ dankbar sein, dass Gottes Geist eben nicht von dieser Welt ist und mich auf falsche Denkweisen immer wieder hinweist, indem ich bei vielen Dingen, auch wie ich mich in bestimmten Situationen verhalte usw., merke, dass da irgend etwas nicht richtig ist so wie es läuft.
Und dann kann ich beten, dass Gott mir zeigt was da nicht richtig ist, und dass ER mich verändert.


(Sinnlose) Gedanken zum Sonntag

Januar 22, 2006

S-Bahn
Nach einem interessanten Erlebnis letzten Donnerstag, kam ich dann doch eher zufällig auf folgende mathematische Überlegung:
Angenommen, zwei S-Bahnen fahren jeden Tag, 7 Tage die Woche, zur Hauptverkehrszeit alle 10 Min jeweils von einem bestimmten Punkt los.
Die erste der beiden S-Bahnen startet von Punkt A in Richtung Punkt B, die zweite S-Bahn von Punkt B in Richtung Punkt A.
Die S-Bahnen starten zu unterschiedlichen Zeiten, jedoch starten beiden Bahnen in einem Abstand von weniger als einer Stunde. Und nun die eigentliche Frage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Menschen, Mann und Frau, mit einer Lebenserwartung von ca. 70 Jahren, unabhängig von einander und unwissend, dass der jeweils andere zu einer bestimmten Zeit an einer bestimmten Haltestelle in die S-Bahn einsteigt und sich einen Platz am Fenster sucht bzw. überhaupt findet, wie hoch ist da die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden S-Bahnen auf der Strecke von A nach B bzw. von B nach A sich genau an einer Haltestelle treffen, so dass diese beiden Personen an eben jener Haltestelle so nebeneinander anhalten, dass sie direkt nebeneinander sitzen und sich durch ihre Fenster in die Augen blicken können?
Muss diese Wahrscheinlichkeit nicht 1:1000000 oder noch mehr betragen? Kann es Zufall sein wenn Mann und Frau sich in ihrem Leben auf solche Art und Weise treffen? Sollte man bei so einer Wahrscheinlichkeit nicht gleich an Heirat denken?

Ich habe für mich beschlossen, ab sofort bei jeder Bahnfahrt ein Schild mitzunehmen auf dem steht: „Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Menschen einmal in ihrem Leben, in zwei verschiedenen Bahnen sitzend, sich an einer Haltestelle so treffen, dass sie sich dabei direkt gegenüber sitzen, beträgt wahrscheinlich 1:1000000! Das kann also kein Zufall sein das wir uns hier treffen! Heirate mich!“

Ich hoffe nur mein Gegenüber hat dann genügend Zeit zum lesen bevor die Bahn weiterfährt…


Was treibt uns an?

Januar 19, 2006

Kennt ihr das? Man möchte etwas Neues lernen, vielleicht aus einer Laune heraus, und macht sich auch sofort ans Werk. Ich interessiere mich z.B. dafür Bass spielen zu lernen. Oder ich möchte eine neue Programmiersprache lernen, um endlich eigene Programme zu schreiben.
Manchmal bleibt es nur bei diesem Wunsch, doch manchmal schaffe ich es sogar, mir alle nötigen Accessoirs für mein evtl. neues Hobby zu beschaffen. Für das Bass spielen einen Bass und Verstärker, vielleicht sogar Noten. Für das Programmieren die nötigen Bücher.
Und dann? Frisch motiviert mache ich mich ans Werk. Es kann aber auch passieren, dass Bass und Bücher gleich in der Ecke verstauben. Sollte dies nicht der Fall sein, dann dauert es aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht all zu lange, bis beides doch irgendwann irgendwo in meinem Zimmer ihren Platz gefunden hat, und dort verstaubt. Auf dem Schreibtisch oder in der Ecke.
Wenn ich es mir recht überlege, passiert dies deutlich öfter, als dass es heute noch irgendetwas geben würde, was mich wirklich dauerhaft motiviert und binden könnte. Wie Fussball spielen zum Beispiel. Oder Schwimmen und Fahrrad fahren. Doch das sind alles nur sportliche Tätigkeiten. Es gab in letzter Zeit nichts, außer Sport, für dass ich mich wirklich längerfristig motivieren konnte. Der Bass verstaubt tatsächlich in der Ecke, Bücher über verschiedene Programmiersprachen tun das gleiche auf meinem Schreibtisch.
Das Einzige „Neue“, für dass ich mich in den letzten 2 Jahren wirklich immer wieder motivieren kann, ist meine Beziehung und mein Glaube an Jesus Christus. Doch ist das nicht etwas anderes? Denn diese Beziehung ist ja lebendig, dynamisch. Und es geht dabei ja auch nicht um etwas nebensächliches, sondern um mein Leben. Es ist etwas das ich lebe, dass meinen Alltag gänzlich bestimmt.
Bei längerem Nachdenken sind mir doch noch zwei Dinge eingefallen, welche es mal geschafft hatten, mich längerfristig zu motivieren. Skateboard fahren und meine zwei Plattenspieler plus Mischpult. Beides mache ich heute aber auch nicht mehr. Wieso?
Nun ich denke, beides waren Dinge für die ich mich wirklich interessiert habe, in denen ich besser werden wollte. Doch bei beidem kam irgendwann der Punkt an dem es um Talent ging, wo ich nicht mehr durch einfaches Training besser werden konnte. Schließlich habe ich beides dann irgendwann aufgegeben.
Ist es das? Wir Menschen wollen in allem immer besser werden, wollen mehr erreichen. Im Beruf, in unseren Hobbies. Wieso? Möchten wir uns selbst etwas beweisen oder unseren Mitmenschen? Was treibt uns an? Und verlieren wir deshalb an vielen neuen Dingen schnell wieder das Interesse, weil es uns nicht schnell genug voran geht, weil wir nicht sofort Ergebnisse sehen oder weil uns das nötige Talent fehlt?
Ich denke zum Teil liegt es daran. Und wie schnell wir etwas aufgeben, liegt bestimmt auch daran, wieviel Geduld wir haben, wie lange wir es aushalten, für etwas zu arbeiten ohne sofort Ergebnisse zu sehen. Oder wieviel Interesse wir für eine Sache wirklich aufbringen.
Bei mir ist diese Spanne zwischen anfangen und aufgeben sehr klein. Ich muss sofort Erfolge verzeichnen können, ansonsten verliere ich sehr schnell das Interesse an einer Sache. Wie wichtig war es mir dann überhaupt?
Klar, sinnlose Dinge sollte man lassen, aber was macht denn überhaupt Sinn?

Woran liegt es denn, dass der Mensch immer besser, immer schneller immer mehr erreichen will? Will er sich selbst und anderen also etwas beweisen? Wer oder was treibt uns an?
Und hält dieser Drang viele Menschen auch davon ab, sich zum christlichen Glauben zu bekehren, weil sie dies als Rückschritt ansehen würden? Was, wenn dieser Jesus von mir etwas ganz anderes verlangt, als ich eigentlich geplant hatte? Dies muss ja so sein, wenn ich die Reden der Kirche und der Gesellschaft richtig verstehe. Ich will aber meine eigenen Ziele verfolgen, selbst schnell weiterkommen und möglichst viel erreichen in meinem kurzen Leben. Ich möchte die Herrschaft über mein Leben nicht an so einen altertümlichen Gott abgeben.
Doch für was wollen wir immer weiterkommen? Für was leben wir wirklich? Für Wohlstand und Reichtum? Nur um Spaß zu haben? Womöglich ja. Und wenn ich einmal sterbe, oder plötzlich , in Zeiten in denen die Wirtschaft sowieso am Boden ist, meine Arbeit, mein Haus durch Feuer verliere, krank werde, durch unglückliche Umstände all mein Besitz flöten geht. Was dann? War der Sinn meines Lebens dann letztendlich nur zu existieren, zu versuchen möglichst weit zu kommen, um letztendlich doch zu sterben und alles zu verlieren?
Manche Religionen fassen dieses „Problem“ in ihren Lehren auf. Der Buddhismus und der Hinduismus zum Beispiel. Dort geht es auch darum, danach zu streben immer weiteraufzuteigen, zwar nicht materiell sondern geistlich, und hauptsächlich durch Meditation. Da dies in einem Leben nicht zu erreichen zu sein scheint, wird dieses Problem mit Hilfe von Wiedergeburt gelöst. Das geschieht so oft, bis man schließlich am Ziel ist, bis man selbst eine Art Gott ist. Die Evolution lehrt uns im Grunde genommen ja auch nichts anderes. Nur spielt in der Evolutionstheorie der einzelne Mensch keine Rolle, die Menschheit als Ganzes entwickelt sich nach und nach vom Affen zum Gott.
Auch nach dem Bericht der Bibel hat die Schlange Adam und Eva die Versprechung gemacht, dass sie wie Gott sein werden, nachdem sie von der verbotenen Frucht gegessen hatten. Doch nur die Bibel bezeichnet dieses Streben nach Göttlichkeit, der Versuch selbst Gott zu sein, als Sünde. Ist es nicht interessant, dass diese Lüge der Schlange, immer wieder in allen möglichen Religionen und sogar in der Evolutionstheorie auftaucht? Der Mensch möchte sein eigener Gott sein bzw. er versucht Gott zu werden.
Fast alle Religionen heißen dieses Streben gut und fördern es sogar, nur das Christentum bezeichnet es als Sünde. Auch der Islam motiviert seine Anhänger dazu, durch gute Taten und dem Einhalten der fünf Säulen, selbst etwas zu ihrer Erlösung beizutragen.
Nur der Gott der Bibel sagt, dass kein Mensch sich selbst erlösen kann, dass nur der, der daran glaubt das Jesus für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist, einmal vom ewigen Tod errettet werden wird.
Erkennen wir in unserem Streben nach Reichtum und Macht nicht auch die Spuren der Sünde, der Lüge der Schlange aus dem Paradies? Fällt es uns deshalb so schwer, die Botschaft der Bibel anzunehmen, weil der Drang der Selbstverwirklichung uns davon abhält? Wir sind nicht bereit, die Führung über unser Leben an jemand anderen abzugeben. Kein Mensch lässt sich gerne beherrschen.
(Der folgende Abschnitt stammt aus der Publikation von Günter Krallmann – Herzensvorbereitung für Erweckung)
Doch darum geht es doch überhaupt nicht.
Es geht um Gehorsam gegenüber Gott.
Gehorsam ist einer der wichtigsten Merkmale des biblischen Christentums. Gott zu gehorchen ist eine Frage der Gottesfurcht und geschieht aus einer freien Entscheidung heraus. Aber wäre es nicht eine reine Anmaßung anzunehmen, man könnte eine plausible Rechtfertigung dafür finden, um dem Herrn, dem allmächtigen Gott, dem Schöpfer des Universums ungehorsam zu sein?
Gott zu gehorchen, ist eine Frage der Vernunft. Was könnte vernünftiger sein, also von ganzem Herzen die Führung dessen anzunehmen, der vollkommen weise ist und der am besten weiß, was das Beste für uns ist?

Es geht darum, seinen Drang zur Selbstverwirklichung abzugeben und wieder den Willen dessen zu tun, dem Gehorsam zu sein, der uns geschaffen hat und mit dem unser Leben wirklich Sinn macht.
Alles andere wäre nur ein Haschen nach dem Wind.

Nun gut, ich denke ich habe meine Gedanken genug schweifen lassen für heute.
Ich bin jetzt erst einmal Bass spielen. Oder doch lieber programmieren?


Gebetskongress in Adelshofen 2006

Januar 16, 2006

adelshofen.jpg

So, da ich mir jetzt endlich Zeit nehmen konnte, folgt hier nun ein kurzer Bericht zum Gebetskongress am 14.01.06 in Adelshofen, welcher vom Holy Riders MC und dem LZA Adelshofen veranstaltet wurde.

Der Beginn der Veranstaltung war auf 9.30 Uhr in der Frühe festgesetzt.

Nach einer relativen kurzen Nacht mit insgesamt 4 Stunden Schlaf (für meine Verhältnisse SEHR wenig Schlaf), verlief die Fahrt doch relativ zügig und problemlos, so dass wir pünktlich zum Anpfiff erscheinen konnten. Insgesamt waren wir vier Personen (Markus, Marc, Hanna und ich), da Michael leider krankheitsbedingt zuhause bleiben musste.
Das Thema den ganzen Tag über war, wie der Name schon vermuten lässt, das Gebet. Da mir das Gebet in letzter Zeit sehr wichtig geworden ist, war ich natürlich sehr gespannt auf diesen Tag. Das Ganze lief so, dass verschiedene Referenten nacheinander kurze Impulse über das Gebet gaben, die immer mit kurzen Gebetszeiten abgeschlossen bzw. mit einem Lied begonnen wurden. Insgesamt gab es an diesem Tag 7 Impulse + einem Wahlseminar, welches im Anschluss an das Mittagessen stattfand (die einzelnen Impulse im Überblick findet ihr in untem angehänten pdf).

Ende der Veranstaltung war 17.30 Uhr, Mittagessen gab es um 12.30 Uhr (das ich an dieser Stelle auch noch besonders hervorheben möchte, da es für solche Veranstaltungen doch richtig lecker und ausreichend war (als ob das von Bedeutung wäre) – es gab Maultaschen – mhhh lecker).

Ich kann das Gesagte dieses Tages leider nicht in wenigen Sätzen wiedergeben, deswegen folgt jetzt nur eine kurze Zusammenfassung:

Insgesamt war es wirklich ein sehr segensreicher Tag mit vielen wichtigen Impulsen, nicht nur fürs Gebet.

Mir ist bewusst geworden, wie wenig ich eigentlich in meinem Alltag mit Gottes Handeln rechne, wie misstrauisch ich ihm gegenüber doch bin und wie oberflächlich und unbewusst ich viele meiner Gebete doch eigentlich formuliere.
Für mich persönlich aber am wichtigsten waren die Gedanken, wie ernst meine ich das für das ich bete eigentlich? Wie sehr kämpfe ich im Gebet eigentlich darum? Wie wichtig ist mir das, was ich tue eigentlich wirklich?

Die Impulse dieses Tages haben mich wirklich zum Nachdenken gebracht, doch wird es vielleicht noch einige Zeit brauchen, bis ich die Dinge auch verarbeitet habe – im Gebet.

Meine Notizen zu den einzelnen Impulse habe ich als pdf angehängt. Sie geben das Gesagte natürlich nicht einmal ansatzweise wieder und es sind auch nur Dinge die mir persönlich wichtig waren, deswegen wird nicht jeder etwas damit anfangen können.

Gebetskongress Adelshofen 2006


Dr. Theo Lehmann – Das Land ist still

Januar 12, 2006

Hallo Freunde,

unter untenstehenden Link findet ihr einen interessanten Artikel von Dr. Theo Lehmann:

Dr. Theo Lehmann – Das Land ist still

Viel Freude beim Lesen!


Open Mic – 13.01.06 – Was bedeutet es…?

Januar 12, 2006

Was bedeutet es, Christ zu sein?

Ich möchte heute über eine sehr wichtige Frage nachdenken.

Eine Frage, die du dir vielleicht auch schon einmal gestellt hast, oder die für dich auch einmal interessant werden könnte.

Die Frage, was bedeutet es eigentlich Christ zu sein?

Du hast vielleicht schon davon gehört, dass Jesus für die Schuld der Menschen am Kreuz gestorben ist.

Und das er der einzige Weg zu Gott ist, zu ewigem Leben. Christen behaupten, dass er der einzig wahre Gott ist, der Grund und Sinn unseres Lebens.

Jesus selbst sagt:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Johannes 14, Vers 6

Jesus ist der einzige Weg zu Gott, das was in der Bibel steht, die Botschaft des Christentums, die einzige Wahrheit und nur der, der an die Vergebung seiner Schuld durch Jesu Tod am Kreuz glaubt, wird später einmal ewig leben.

Ist ja alles schön und gut, denkst du jetzt vielleicht, aber was bedeutet es denn nun Christ zu sein, oder wie wird man Christ?

Was mir in den letzten Tagen so bewusst geworden ist, ist, dass es Zeit braucht, bis man sich für oder gegen ein Leben mit Jesus entscheidet.

Zeit zum Nachdenken.

Denn diese Entscheidung betrifft ja schließlich dein Leben.

Es ist keine Entscheidung die man leichtfertig treffen sollte.

Selbst die ersten Apostel, dass waren die ersten Christen nach dem Jesus in den Himmel zurückgekehrt war, brauchten Zeit zum nachdenken über ihre Entscheidung – für oder gegen ein Leben mit Jesus.

Sie haben ganze 10 Tage ununterbrochen darüber nachgedacht.

Ich bin der Meinung, dass eine oberflächliche Entscheidung für Jesus ein oberflächliches Christsein zur Folge hat.

Man sollte seine Entscheidung für Jesus auch nicht aus irgendwelchen Hochgefühlen heraus fällen, nur weil ich mich gerade besonders gut oder emotional angesprochen fühle.

Es gilt eine klare Entscheidung zu treffen.

Über was gilt es also nachzudenken?

Wir sollten uns bewusst machen bzw. wir müssen die Botschaft des Neuen Testaments, dass Gott in Jesus Mensch wurde und am Kreuz stellvertretend für unsere Schuld starb, als die einzige Wahrheit annehmen und begreifen dass wir Vergebung für unsere Schuld brauchen.

Das nennt man ihm christlichen Fachjargon Buße tun.

Im Moment ist die Situation zwischen Gott und ungläubigen Menschen so, dass er getrennt von ihm lebt, und dass er von sich aus keine Möglichkeit hat sich ihm irgendwie zu nähern.

Das folgende Bild habe ich schon einmal gebraucht:

Stellt euch eine 30 Meter breite Schlucht ohne Boden vor. Auf der einen Seite stehen Gott und das ewige Leben, auf der anderen Seite die gesamte Menschheit, die Sünde mit all ihren Facetten und die daraus folgende ewige Verdammnis. Wir haben so keine Möglichkeit auf die andere Seite zu gelangen. Wir können nicht springen, nicht auf der einen Seite runter und auf der anderen Seite wieder hochklettern.

Der einzige Weg auf die andere Seite ist ein schmales Kreuz. Denn Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz den Weg zu Gott frei gemacht.

Die meisten Menschen bleiben aber lieber auf ihrer Seite, weil diese scheinbar mehr zu bieten hat oder der Weg auf die andere Seite ihnen zu schwer oder zu schmal ist.

Christen sprechen ja auch immer davon, dass man Jesus im Gebet sein Leben übergeben muss, d.h. dass er ab sofort der Herr in und über dein Leben sein soll.

Aber was heißt das denn jetzt genau?

Ich denke dieser Akt ist das Entscheidende.

Über diese Frage und die daraus resultierenden Konsequenzen gilt es am meisten nachzudenken.

Was heißt es, dass Jesus Herr über mein Leben sein möchte?

Ganz einfach gesprochen heißt das, dass ich ab sofort mein Leben nach dem Willen Gottes lebe und nicht mehr auf das schaue was ich will.

In der Bibel heißt es passend dazu:

Und für alle ist er gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist.

2. Korinther 5, Vers 15

Das sollten wir uns bewusst machen.

Ich habe leider schon öfters erleben müssen, dass Menschen sich zwar für ein Leben mit Jesus entschieden haben, danach aber trotzdem so weiterleben wie bisher.

Oder wir leben unser altes Leben weiter und beten nur, damit Gott unsere selbstsüchtigen Wünsche erfüllt:

Erfolg in der Schule oder im Beruf, in der Liebe usw.

Gott hilf mir hier, Gott mach das.

Wenn unsere selbstsüchtigen Wünsche dann nicht erhört werden, wenden wir uns schnell wieder ab vom Christsein.

In der Bibel erzählt Jesus dazu ein passendes Gleichnis. Jesus hat viel in Gleichnissen gesprochen, weil wir Menschen Dinge die man uns bildlich veranschaulicht besser verstehen und behalten können.

Jesus erzählte als folgendes Gleichnis:

Später, als Jesus mit seinen zwölf Jüngern und den anderen Begleitern allein war, fragten sie ihn: «Warum erzählst du solche Beispiele?» Er antwortete: «Ihr versteht die Geheimnisse des Reiches Gottes. Den anderen erkläre ich sie durch Gleichnisse. Damit erfüllt sich an ihnen das Wort des Propheten Jesaja: ‘Sie sehen, aber sie erkennen nicht; sie hören, aber sie verstehen es nicht. Sonst würden sie ja zu Gott umkehren und ihre Sünde würde ihnen vergeben.’»Zugleich sagte er zu seinen Jüngern: «Aber ich sehe, dass auch ihr diesen einfachen Vergleich nicht verstanden habt. Wie wollt ihr dann all die anderen begreifen? Wer Gottes Wort weitergibt, ist wie der Bauer, der Samen aussät. Mit dem festgetretenen Weg, auf den ein paar Körner fallen, sind die hartherzigen Menschen gemeint. Sie hören zwar Gottes Botschaft, aber dann kommt der Satan und nimmt ihnen alles wieder weg. Der felsige Boden ist ein Beispiel für die Leute, die das Wort Gottes schnell und mit großer Begeisterung annehmen. Aber das Wort kann nicht tief genug in ihr Leben eindringen. Sie sind hin- und her gerissen. Wenn sie wegen ihres Glaubens in Schwierigkeiten kommen oder verfolgt werden, geben sie gleich auf. Der von Disteln überwucherte Boden entspricht den Menschen, die Gottes Botschaft hören und aufnehmen. Aber nur allzu schnell ersticken die Sorgen des Alltags, die Verführung des Wohlstandes und die Gier nach all den Dingen dieses Lebens Gottes Botschaft in ihrem Herzen, so dass keine Frucht wachsen kann. Aber es gibt auch fruchtbaren Boden: Menschen, die Gottes Wort hören und in ihr Leben aufnehmen, so dass es Frucht bringt, dreißigfach, sechzigfach oder hundertfach.»

Christsein ist aber nicht eine Art gemeiner Sklavendienst für Gott.

Gott ist immer noch ein Gott der seine Menschen liebt und der nur das Beste für sie im Sinn hat.

In Jeremia 29, Vers 11 heißt es passend dazu:

Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren.

Jesus Herr über mein Leben sein zu lassen bedeutet, dass ich meinem Willen seinem Willen unterstelle.

Das ich nicht mehr versuche mich Selbst zu verwirklichen sondern das sich Gott in meinem Leben verwirklichen kann.

Er möchte sich durch uns verherrlichen.

Und wenn man sich das einmal bewusst macht, wird auch schnell klar, das Christsein nicht ein Leben mit lauter Einschränkungen ist.

Stellt euch doch mal vor, wenn der Gott, der Himmel und Erde, und alles was darin ist, erschaffen hat, sich in eurem Leben verherrlichen möchte, damit andere Menschen dies sehen können, meint ihr dann nicht, dass er euch viel mehr bieten kann als alles was die Welt euch bieten kann?

Glaubt ihr, dass euch dann irgendetwas fehlen könnte, wenn dieser Gott seine Herrlichkeit, seine Macht und Kraft in eurem Leben für andere Menschen sichtbar machen möchte?

Fragt doch mal die Millionen Christen, die ihr Leben wirklich Jesu Willen unterstellt haben, ob sie irgendetwas in ihrem Leben vermissen?

Ob Gott ihnen irgendetwas vorenthalten hat?

Wenn du Gottes Handeln bei manchen Christen nicht erkennen kannst, dann liegt das vielleicht daran, dass sie immer noch zu sehr mit ihrer Selbstverwirklichung beschäftigt sind, also hauptsächlich das tun worauf sie Lust haben, als dass Gott sich in ihrem Leben verwirklichen könnte. Da schließe ich mich selbst nicht aus.

Wir interpretieren aber auch viele Situationen im Leben eines anderen Menschen nach gesellschaftlichen, menschlichen Maßstäben und (er)kennen die wahren Hintergründe bzw. die göttliche Absicht dahinter nicht, die oft ein viel weitergefassteres Ziel hat, als das wir das mit unserem kleinen Radius überschauen könnten.

Vor meiner Entscheidung für oder gegen ein Leben mit Jesus muss ich mir also bewusst machen, ob ich bereit bin, meine selbstsüchtigen Wünsche aufzugeben und Jesus Herr über mein Leben sein zu lassen.

Wenn ich dazu bereit bin und Ja zu einem Leben mit Jesus gesagt habe, dann wird er mich Stück für Stück von meinen alten Wünschen trennen. Das wird nicht immer leicht sein und wir müssen uns immer wieder neu entscheiden.

Aber wir dürfen uns immer wieder bewusst machen, dass das, was Jesus uns zu bieten hat, unendlich viel mehr wert ist als alles was die Welt zu bieten hat.

Betrachtet die Raben, die nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben, und Gott ernährt sie. Wie viel seid ihr mehr als die Vögel!

Lukas 12, Vers 24

Genauso wie es etwas Unendliches bräuchte um die unendlichen Weite des Weltalls zu füllen, genauso brauchen wir um unsere unendliche Leere füllen zu können, etwas das unendlich ist. Und das ist nur Jesus.

Denn in der Bibel heißt es:

Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.

Matth. 24, Vers 35

Das wir uns immer wieder neu für ein Leben nach Gottes Willen entscheiden müssen, möchte ich euch zum Schluss noch anhand eines persönlichen Erlebnisses verdeutlichen:

Ich befinde mich im Moment ja in der Situation, dass ich nicht wirklich weiß, wie es weitergehen soll. Mein eigentlicher Ausbildungsbetrieb ist mittlerweile pleite, und mit meinem evtl. neuen Betrieb ärgere ich mich nun schon seit mehr fast 2 Monaten rum, ohne sichtbares Ergebnis. Für mich hat sich in dieser Zeit wieder einmal die Frage gestellt, ob ich vielleicht doch keine Ausbildung machen und direkt auf eine Bibelschule gehen sollte. Ich habe mich gefragt, was möchte Gott das ich als nächstes tue. Mir ist dann aber bewusst geworden, dass ich tierisch Angst davor hatte, ohne einen scheinbaren Halt in der Gesellschaft irgendetwas zu machen, von dem ich nicht wüsste was bei rauskommt.

Also wenn Gott wollte, das ich ohne Ausbildung auf eine Bibelschule gehen soll, um dann später vielleicht mal ohne staatlich anerkannten Job und ein sicheres Gehalt als Prediger durch die Welt zu reisen.

In dem Punkt war ich mir also nicht sicher, ob Gott mir da wirklich helfen würde. Ich habe ihm also misstraut und wollte mir lieber selbst eine Basis gründen, das tun was ich für richtig halte und somit meinem Willen entspricht.

Mir war das gar nicht so richtig bewusst, und so in letzter Zeit, als einfach nicht wirklich etwas voran ging in meinem Leben, hat Gott mir das bewusst gemacht, dass ich immer noch nach scheinbaren, weltlichen Haltegriffen suche.

Ich war wie ein Bergsteiger, der den Berg genannt Leben hoch klettert, und anstatt das ich mich nach unten in die Hand meines Schöpfers fallen lasse, der mich dann langsam und sicher nach oben tragen würde, halte ich mich lieber an selbst gemachten Haltebügeln fest, bei denen ich mir nicht einmal sicher sein kann ob sie wirklich halten.

Es gibt da so einen Spruch der mir sehr gut gefällt:

Du kannst niemals tiefer fallen als in Gottes Arme.

Wie gesagt, dass wurde mir in dieser Zeit so richtig bewusst, und an dem Tag als mir das so richtig klar wurde, griff ich mal wieder zum Telefonhörer um bei meiner neuen Firma anzurufen, bei der ich vorher 2 Wochen vergeblich angerufen hatte um den Geschäftsführer zu sprechen, damit ich endlich Klarheit bekommen würde, wann ich denn dort anfangen kann. An diesem Tag habe ich ihn dann „zufällig“ endlich erreicht.

Mir sind jetzt nach und nach wieder viele weitere Beispiele eingefallen, in denen ich mir selbst Probleme gemacht habe, weil ich dachte das ich es besser weiß als der da oben und ihm misstraut habe.

Ich wollte an diesem Beispiel noch einmal deutlich machen, worum es geht, was es heißt, Christ zu sein.

Einfach gesprochen, dass wir einsehen, dass wir so wie wir sind für immer verloren wären.

Das wir Vergebung brauchen für unsere Sünden und das Jesus der Einzige ist der dies tun kann und das er der einzige Weg zu Gott ist.

Das der Gott aus der Bibel der einzige wahre Gott ist.

Das wir aufhören zu versuchen uns in dieser Welt selbst zu verwirklichen, sondern unseren Willen dem Willen unseres Schöpfers unterstellen.

Und das dieser Schöpfer nur das Beste für seine Menschen im Sinn hat die ihm vertrauen.

Nur mit ihm macht das Leben Sinn.

Wie wirst du selbst dich entscheiden?


Testing

Januar 12, 2006

Only a Test – more today…