So, heute folgt mal wieder ein kleiner “Erfahrungsbericht”, bei dem ich aber nicht genau weiß, wo ich anfangen soll und wo er enden wird.
Vor ein paar Tagen saß ich mit meinem Mitbewohner in unserer Küche, wo wir uns über Gott und die Welt unterhielten. Während des Gesprächs sagte er einen Satz, der mich sehr zum nachdenken angeregt hat (Ich kann ihn leider nicht 1:1 wiedergeben, sondern nur den Inhalt):
“Ich bin so froh, dass Gott bei mir ist und ich das Leben nicht allein schaffen muss. Das könnte ich auch garnicht.”
Ich hab mich gefragt, wie sieht dass eigentlich bei mir aus? Und mir ist bewußt geworden, dass ich nicht in so einer tiefen Abhängigkeit von Gott lebe.
Ja, ich bete morgens zu Gott und bitte ihn, dass er mit mir durch diesen Tag geht.
Doch kaum “Amen” gesagt, ist es so, als ob ich den Telefonhörer aufgelegt und damit die Verbindung getrennt habe, und dann loslaufe und Gott irgendwie stehen lasse.
Den Eindruck hatte ich bei mir sehr oft, dass ich Gott irgendwie als Ladestation benutze, um meinen “geistlichen Akku” im Gebet für den vor mir liegenden Tag aufzuladen, um mich dann aber von meiner Ladestation zu entfernen und erst am Abend wieder dahin zurückzukehren. Wie passt dazu aber Jesus Aussage “Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.” (Johannes 15,4)
“Amen” heißt doch nicht “Auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal”! Und Beten geschieht doch nicht nur in bestimmten abgesteckten Zeiten.
Wie konnte Paulus ständig im Gebet bleiben? Hat der dann den ganzen Tag nichts anderes mehr gemacht?
Nein, ich denke, sie blieben einfach ständig in Verbindung mit Gott indem in ihren täglichen Aufgaben innerlich immer wieder kurz mit Gott gesprochen haben, auch wenn es nur ein kurzes “Danke das du da bist, Jesus” war.
Für mich heute sieht das so aus, dass ich z.B. auf dem Weg zur Arbeit still mit Gott rede. Oder das ich vor jedem eingehenden Anruf hier auf der Arbeit kurz Gott dafür Danke, dass er jetzt bei mir ist (Ich sitze momentan in meiner Ausbildung an einer Telefon-Hotline, wo manchmal sehr schwierige Kunden dran sind).
So kann ich lernen mir in den verschiedenen Situationen des Alltags immer wieder bewusst zu machen, dass Gott bei mir ist und ich den Alltag nicht alleine bestehen muss.