Ich möchte heute kurz über einen Gedanken schreiben, der mich schon länger wieder beschäftigt (irgendwie fangen meine Beiträge immer so an, mir fällt nur keine bessere Einleitung ein).
Ich erlebe in meiner Gemeinde öfter mal, dass Freunde, wenn sie vor einer Entscheidung stehen klagen: “Oh, was will Gott nur was ich in dieser Sache tun soll? Ich hab schon so viel gebetet deswegen, aber ich bekomme einfach keine klare Antwort!”
Man kann wegen so einer Entscheidung dann fast verzweifeln! Aber kann das wirklich Gottes Absicht sein? Das passt irgendwie nicht zu der Aussage von Jesus: “Ich will euch Frieden geben”, oder?
Was haben wir da nicht richtig verstanden?
Ich glaube unser Problem kommt daher, dass wir oft meinen, Gott hätte einen bestimmten Plan für unser Leben, der so 1:1 umgesetzt werden muss.
Wir meinen, unser Leben muss auf einer von Gott genau vorgezeichneten Linie verlaufen. Und wehe wir verlassen diese Linie!
Aber ist das wirklich so? Steht das so in der Bibel?
Ich glaube, Gott handhabt dass ein wenig anders. Ich glaube die Aussage sollte nicht heißen, Gott hat einen PLAN für unser Leben, sondern Gott hat ein ZIEL für unser Leben!
Das ist vielleicht nur ein kleiner, aber feiner Unterschied.
Ich meine damit, dass Gott unser Leben zu einem ganz persönlichen Ziel hinführen will. Das ist nicht nur ein großes Lebensziel, das ewige Leben bei Gott, sondern dass sind auch kleine Etappenziele.
Die Wege die dorthin führen müssen aber nicht immer fest vorgeschrieben sein!
Viele Wege führen nach Rom!
Ich habe das selbst auch schon so erleben dürfen, und zwar als ich auf der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz war, als meine erste Ausbildungsfirma pleite gegangen war, und ich nicht so richtig wusste, wie es weitergehen soll.
Ich bin damals trotzdem noch in die Berufsschule gegangen, weil ich dachte dass das bei einer evtl. neuen Firma ganz gut ankommen würde, wenn ich, zumindest was den Schulstoff angeht, nix verpasst hätte.
Ich bekam in dieser Zeit dann aber auch ein Angebot von einem Bekannten, für 2 Monate in einer Firma arbeiten zu können, wo ich gutes Geld verdienen konnte. Allerdings hätte ich dann nicht mehr in die Schule gehen können.
Ich stand damals also vor der Entscheidung, ob ich weiter auf die Schule gehen soll oder zu arbeiten zu gehen.
Ich bat Gott darum, dass er mir doch eine klare Antwort geben sollte, ob Ja oder Nein, bzw. was ich denn jetzt genau machen sollte? Ich bekam leider keine klare Antwort bzw. mir wurde klar, dass ich die Entscheidung selbst zu treffen hatte.
Ich entschied mich für das Risiko, d.h. für die 2 Monate arbeiten, wobei dass evtl. eine schlechtere Vorrausetzung bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz hätte sein können.
Doch Gott hat es alles zu einem guten Ende geführt!
Ich bekam einen Ausbildungsplatz bei der Deutschen Telekom und die 2 Monate in der anderen Firma wurden mir sogar noch als Ausbildungszeit angerechnet!
Damit will ich nicht sagen, dass jede unserer Entscheidungen immer richtig sein muss!
Ein Beispiel dafür ist vielleicht Paulus, der auch die Entscheidung getroffen hatte nach Rom zu reisen und Gott hatte es verhindert.
Warum? Weil er ein anderes Ziel mit Paulus hatte.
Ein guter Freund von mir (sei mir nicht böse, dass ich dich hier erwähne) hat sich wegen einem Praktikum für den Herbst bei verschiedenen Firmen beworben, und nun 5 oder mehr Zusagen bekommen.
Er stellt sich nun natürlich auch die Frage, wo will Gott mich da haben?
Aber letztendlich wird er sich für eine der fünf Firmen entscheiden müssen, auch wenn Gott ihm da keine klare Antwort geben wird.
Man könnte sich dann ja fragen, wieso macht Gott uns diese Entscheidung so schwierig?
Aber sollten wir uns nicht eher freuen, dass er uns diese Freiheit lässt und wir sogar noch auswählen dürfen?
Ich bin mir sicher, dass Gott meinen Freund zu SEINEM Ziel führen wird, egal für welche Firma er sich entscheiden wird.
Eine Grundvoraussetzung bei allen unseren Entscheidungen muss aber immer sein, dass ich vorher Gott um Rat gefragt habe, und dass ich keine Entscheidungen gegen seine Maßstäbe treffe, die er uns durch die Bibel mitgeteilt hat!
Erst wenn ich mein Vorhaben mit ins Gebet genommen habe und anhand der Bibel überprüft habe, sollte ich auch eine Entscheidung treffen.
Ich bin mir sicher, dass selbst wenn ich dann immer noch eine falsche Entscheidung getroffen habe, Gott mich doch, wenn auch vielleicht auf Umwegen, zu SEINEM ZIEL führen wird.
Ich will dich mit diesen Gedanken dazu ermutigen, nicht aus Angst vor falschen Entscheidungen keine Entscheidung zu treffen, sondern den Mut und auch Vertrauen auf Gott zu haben, dass er dich, was für Umstände auch kommen mögen, zu seinem Ziel führen wird, wenn du nur nah genug bei ihm bleibst.
Ich bin natürlich wieder sehr auf eure Meinungen gespannt, auch wenn ihr andere Ansichten zu diesen Thema habt!
Also hinterlasst mir eure Kommentare.
Verfasst von padlib