Ich schreibe ja auch gerne über Dinge, wo ich ganz praktisch meine „Versuche“ beschreibe, als Christ im Alltag klar zu kommen.
Das heute wird mal wieder so ein Eintrag.
Während meiner Ausbildung bei der Deutschen Telekom werde ich immer wieder in neuen Bereichen eingesetzt.
Von meinen Erfahrungen an der Telefon-Hotline bei T-Systems habe ich ja schon einmal in einem anderen Eintrag berichtet.
Seit ca. 4 Wochen bin ich nun, zusammen mit einem weiteren Azubi, in einem anderen Ressort eingesetzt, wo ich Gott sei Dank keine Hotline mehr bedienen muss.
Hier ist es jetzt aber so, dass alles eigentlich ziemlich locker genommen wird, und niemand so wirklich darauf achtet, wann wir kommen, was wir arbeiten und wann wir gehen.
Früher hätte ich diese Freiheit sicherlich schamlos zu meinem Vorteil ausgenutzt, doch seit mir bewusst geworden ist, dass ein Christ Gottes Herrlichkeit an andere Menschen weitergeben darf, passt mir diese Freiheit nicht so wirklich in den Kram.
Meine Ausbildungsleitung schreibt vor, dass wir uns von unseren Arbeitszeiten her an die örtlichen Ressorts anpassen sollen.
D.h. in meinem Fall wäre das sowieso nur eine Wochenarbeitszeit von nur 34(!) Stunden. Pro Tag also ca. 6,5 Stunden (ohne Pausen). Nicht gerade viel, ne?
Oben erwähnter Azubi-Kollege nutzt diese Freiheit durch den örtlichen Einsatzort ziemlich konsequent aus.
D.h. er kommt nach 8 Uhr und geht meistens schon um 14.30 Uhr.
Morgens und Mittags macht er dann jeweils 1 Stunde Pause. Macht eine Arbeitszeit von knapp 4 Stunden.
(Versteht mich nicht falsch, hier geht es nicht um meinen Azubi-Kollegen, sondern um die Schwierigkeiten die ich damit habe)
Ich befand mich da anfangs irgendwie im Zwiespalt.
Möchte ich ein gutes Verhältnis zu meinem Kollegen aufbauen, um ihm dadurch besser von Jesus erzählen zu können?
Doch welche Kompromisse müsste ich dafür eingehen?
Mich „seinen Arbeitszeiten“ anzupassen streitet irgendwie gegen mein Gewissen.
Doch auf der anderen Seite bezeichnet er mich deswegen wieder als „Spieser“ oder „seltsam“, wenn ich eben nicht früher nach hause gehe.
Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung[...].
1. Korinther 14,33
Jesus hat mir in den letzten Tagen jedoch klar gemacht, dass ich mit meinem Verhalten und meinem Gewissen, einfach mit allem, allein IHM verpflichtet bin und nicht dieser Welt oder meinen Mitmenschen!
Sollen meine Kollegen mich doch für komisch halten, wenn ich mich in bestimmten Bereichen anders verhalte als sie.
Mein erstes Anliegen sollte es immer sein, Gott gefallen zu wollen.
Denn rede ich jetzt Menschen zuliebe oder Gott? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Knecht nicht.
Galater 1,10
Wie sonst sollten die Menschen den Unterschied zwischen Gott und der Welt kennenlernen?
Wie sollten sie seine Heiligkeit erfahren, wenn seine Kinder sich alles andere als heilig verhalten?
Wir dürfen jedoch nie vergessen, dass ich aus eigener Anstrengung heraus nie heilig leben könnte!
Praktisch sieht kann das vielleicht so aussehen, dass ich in einem bestimmten Punkt merke, dass mein Verhalten dort nicht der Heiligkeit Gottes entspricht.
Im Gebet bekenne ich Gott nun meine Unfähigkeit diesen Punkt von mir aus verändern zu können, und willige in seinen Willen ein, damit er mich verändern kann.
In der Kraft des Heiligen Geistes kann ich nun nach dem Willen Gottes leben.
Ich muss meine Überzeugungen erst von Gott verändern, sprich heiligen lassen.
Doch wenn ich lerne Stück für Stück auf den Heiligen Geist zu hören, dann verändert er auch hier meine Einstellung (Überzeugungen).
In der ersten Woche meiner Arbeit bin ich vielleicht noch mit meinem Kollegen um 14.30 Uhr gegangen.
Dann wurde mir durch den Heiligen Geist bewusst, dass das nicht der Heiligkeit Gottes entspricht.
Am Anfang war ich vielleicht noch etwas unwillig meine Einstellung in diesem Bereich heiligen zu lassen.
Doch ich schilderte Gott meine Unfähigkeit und meinen Unwillen und konnte um Veränderung bitten.
Und Stück für Stück kann ich jetzt in den Willen Gottes einwilligen und aus seiner Kraft heraus die geforderte Arbeitszeit auch zu erbringen.
Wir sollten aufhören es als Last zu sehen, wenn der Heilige Geist in bestimmten Punkten in unser Gewissen spricht, sondern uns vielmehr darüber freuen, dass der Heilige Geist überhaupt an uns wirkt!
Bete lieber dafür, dass der Heilige Geist dich noch viel stärker auf diese blinden Flecken aufmerksam macht, damit er dich verändern kann.
Verfasst von Patrick