Entscheidungs-Findungs-Prozess

(Frei nach dem Buch „The Revolutionary Communicator“ von Jedd Medefind und Erik Lokkesmoe)

Jesus hatte eine besondere Art Fragen zu stellen. Eine Stelle, in der das besonders deutlich wird, ist Lukas 7, 18-23.

Johannes der Täufer, der im Gefängnis sitzt und auf seine Hinrichtung wartet, lässt zwei Boten zu Jesus schicken und lässt ihm eine Frage ausrichten:

„Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ (V.20)

Mit anderen Worten, bist du der versprochene Messias, der Israel aus der Gefangenschaft befreien und ein neues Königreich aufbauen wird, oder bist du es nicht?

Sicherlich stellt Johannes der Täufer diese Frage auch, weil er sich die Sache mit dem versprochenen Retter Israels doch etwas anders vorgestellt hatte (wie die Jünger Jesu u.a. ja auch).

Johannes hatte noch nicht verstanden, dass das Königtum von Jesus nicht mit einem weltlichen Königtum zu vergleichen ist.

Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt.[...]
Johannes 18, 36

Im folgenden Vers bezeugt Jesus, dass er ein König ist – DER König.

Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. (V.37)

Das Interessante an Lukas 7 ist aber die Antwort von Jesus auf die Frage von Johannes:

Jesus gibt keine direkte Antwort wie „Ja, ich bin es“, oder „Nein, ich bin es nicht“, sondern Jesus überlässt es Johannes, eine Antwort, ein Fazit zu finden bzw. zu ziehen.

Jesus manipuliert seine Menschen nicht oder zwingt ihnen etwas auf.

Jesus möchte das die Menschen ihm freiwillig und aus Überzeugung nachfolgen!

Interessant ist in dieser Situation auch, dass Jesus die Zweifel des Johannes nicht kritisiert.

Jesus stellt hier quasi eine Gegenfrage:

Was siehst du? Welche Schlüsse ziehst du daraus?

Es ist ihm wichtig, dass Johannes nicht einfach etwas übernimmt, von dem er selbst tief im Innern nicht richtig überzeugt ist.

Jesus lässt den Johannes nicht allein in seiner Entscheidungsfindung, aber er lässt ihm die Freiheit, durch Nachdenken selbst die Wahrheit zu finden.

denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so dass sie keine Entschuldigung haben.
Römer 1,20

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