In den letzten beiden Monaten hat Gott mir immer wieder die Möglichkeit gegeben, mich mit dem Buch Nehemia in der Bibel zu beschäftigen.
In den letzten beiden Tagen durfte ich mich noch einmal intensiver damit beschäftigen, da ich für unseren Hauskreis eine Bibelarbeit vorbereiten musste.
Ich muss echt sagen, dass Gott mir durch dieses Buch den Zugang zum Alten Testament erschlossen hat.
Um das Buch Nehemia zu verstehen kommt man eigentlich nicht drumrum auch das Buch Esra vor Nehemia zu lesen. In der griechischen LXX und der lateinischen Vulgata heißt das Buch Nehemia sogar 2.Esra.
Man geht davon aus das beide Bücher ursprünglich ein einziges Buch bildeten.
Nun, was mir beim lesen dieser beiden Bücher zum ersten Mal bewusst wurde ist, dass das Buch Daniel zeitlich gesehen ja vor diese beiden Bücher gehört.
Einschub: Die Anordnung der Bücher in der Bibel ist in dieser Hinsicht etwas verwirrend, da das Buch Daniel dort ja erst ein paar Bücher hinter Nehemia folgt. Das ist deshalb so weil die Bücher der Bibel nach ein bestimmten Muster sortiert sind. Schon die hebräische Bibel hat solch eine Gliederung. Am Anfang steht die Tora (die 5 Bücher Mose), dann folgen die Geschichtsbücher (Josua bis Esther), dann die Weisheitsbücher (Hiob bis Hohelied), die Großen Propheten (Jesaja bis Daniel) und zum Schluß des Alten Testaments die Kleinen Propheten (Hosea bis Maleachi).
Dann wurde mir bewusst, dass sich das Buch Haggai mit seinen Prophezeiungen auf Zeit des Buches Esras bezieht (obwohl das Buch Haggai ja fast am Ende des Alten Testaments steht).
Genauso das Buch des Propheten Sacharja.
Das Buch des Propheten Maleachi, also das letzte Buch im Alten Testament, bezieht sich wiederrum auf das Buch Nehemia.
Zeitlich gesehen kann das Buch Nehemia also quasi als das letzte Buch des Alten Testaments gesehen werden, da es die letzten geschichtlichen Ereignissen des Volkes Israel (der Bau der Stadtmauer in Jerusalem) vor den Evangelien und damit dem Erscheinen Johannes des Täufers gesehen werden.
Die letzte Verheißung Gottes in Maleachi 3,23 lautet dann auch: Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt; und er wird das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder wieder ihren Vätern zuwenden, damit ich bei meinem Kommen das Land nicht mit dem Bann schlagen muss!
Jesus bestätigt später den Jüngern in Matthäus 17, 10-13, dass sich dieses Versprechen Gottes mit dem Kommen von Johannes dem Täufer erfüllt hatte:
Da fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.
Es hat mir einfach wahnsinnig geholfen die Bücher der Bibel jetzt zeitlich einordnen zu können. Das Buch Haggai oder Maleachi kann ich nun mit einem ganz anderen Verständnis lesen, weil ich weiss für welche Zeit in der Geschichte des Volkes Israel diese Prophezeiungen gelten.
Außerdem ist es einfach krass Gottes Handeln in dieser Geschichte entdecken zu können und wie sich die ganzen Prophezeiungen zum Teil schon wirklich erfüllt haben.
Gott hatte seinem Volk in Jeremia 2, 14-25 verheißen, dass die Völker der Assyrer und Babylonier das Volk Israel angreifen würden, wenn sie Gott weiterhin ungehorsam bleiben würden.
Im Jahr 722 v. Chr. verschleppten die Assyrer tatsächlich die 10 Nordstämme des Volkes Israel und zerstreuten sie in der ganzen damals bekannten Welt (2. Könige 17, 7-18).
Im Buch Daniel lesen wir, wie der babylonische König Nebukadnezar Jerusalem belagerte und in Schutt und Asche legte und das Volk aus Jerusalem wegführte.
Danach blieben sie 70 Jahre in Gefangenschaft, genauso wie Gott es in Jeremia 25,11 angekündigt hatte.
Wirklich krass ist auch eine Verheißung in Jesaja 44,28 ff. die Gott 150 Jahre bevor der persische König Kyrus tatsächlich auftrat gibt:
der von Kyrus spricht: „Er ist mein Hirte, und er wird all meinen Willen ausführen und zu Jerusalem sagen: Werde gebaut! und zum Tempel: Werde gegründet!“
Gott nannte den persischen König namentlich, 150 Jahre bevor dieser als König von Persien den Wiederaufbau Jerusalems befahl:
Im ersten Jahr des Königs Kyrus von Persien sollte sich erfüllen, was der Herr durch Jeremia gesprochen hatte. Darum erweckte der Herr den Geist des Königs Kyrus von Persien und Kyrus ließ in seinem ganzen Reich mündlich und schriftlich den Befehl verkünden: So spricht der König Kyrus von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Reiche der Erde verliehen. Er selbst hat mir aufgetragen, ihm in Jerusalem in Juda ein Haus zu bauen. Jeder unter euch, der zu seinem Volk gehört – sein Gott sei mit ihm -, der soll nach Jerusalem in Juda hinaufziehen und das Haus des Herrn, des Gottes Israels, aufbauen; denn er ist der Gott, der in Jerusalem wohnt. Und jeden, der irgendwo übrig geblieben ist, sollen die Leute des Ortes, in dem er ansässig war, unterstützen mit Silber und Gold, mit beweglicher Habe und Vieh, neben den freiwilligen Gaben für das Haus Gottes in Jerusalem.
Esra 1,1-4
Es ist einfach toll diese geschichtlichen Zusammenhänge in der Bibel entdecken zu können. Gott schreibt seine Geschichte mit seinem Volk und er steht zu seinen Verheißungen! Kein Mensch kann das verhindern!
Es erfüllt mich mit Respekt wenn ich z.B. in Maleachi lesen kann, wie ernst Gott die Sünde und das oberflächliche Handeln der Menschen in geistlichen Dingen nimmt.
Was er für Folgen dafür nennt und wie das Volk Israel diese in den Büchern der Könige, im Buch Daniel usw. tatsächlich zu spüren bekommt.
Wie oft nehme ich die Sünde in meinem Leben auf die leichte Schulter oder handle oberflächlich in geistlichen Dingen, laber einfach so daher oder ziehe mich aus der Verantwortung?
Das macht mir irgendwie noch mehr bewusst wie dankbar wir dafür sein können, dass Jesus unsere Sünden auf sich genommen hat und das „jeder der an ihn glaubt nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat“. (Johannes 3, 16)
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.
Jesaja 53,5